Der Rennrodel-Weltcup 2022/23 wurde in neun Weltcuprennen in sechs Ländern ausgetragen. Es war die 46. Auflage des Rennrodel-Weltcups seit der ersten Austragung 1977/78. Zum zweiten Mal wurde die Wettbewerbsklasse Doppelsitzer in getrennten Wettbewerben für Männer und Frauen ausgetragen.

Titelverteidiger

In der Saison 2021/22 gingen Julia Taubitz (Gesamtweltcup und Sprint-Weltcup) und Madeleine Egle (klassische Disziplin) im Einsitzer der Frauen, Johannes Ludwig (Gesamtweltcup und Weltcup der klassischen Disziplin) und Wolfgang Kindl (Sprint-Weltcup) sowie Toni Eggert und Sascha Benecken (Gesamtweltcup und Weltcup der klassischen Disziplin) und Andris Šics und Juris Šics (Sprint-Weltcup) im Doppelsitzer der Männer als Sieger hervor. Luisa Romanenko und Pauline Patz gewannen die Premiere im Doppelsitzer der Frauen, wo kein Sprint-Weltcup ausgerichtet wurde. Den Teamstaffelweltcup gewann Deutschland.

Änderungen

Sportliches Regelwerk

Nachdem das Internationale Olympische Komitee am 24. Juni 2022 die Aufnahme der Disziplin des Doppelsitzers der Frauen in das Programm für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo beschlossen hatte, wurden durch die Fédération Internationale de Luge de Course verschiedene Änderungen mit Auswirkungen für den Weltcup vorgenommen. Fand die Austragung des Frauen-Doppelsitzers in der Saison 2021/22 noch im Rahmen des Junioren-Weltcups statt, werden die Rennen mit Beginn der Saison 2022/23 Teil der regulären Weltcupveranstaltungen.

Bedeutende Änderungen betrafen die Startfelder für den Weltcup: Zum einen wurde die maximale Zahl von Startplätzen pro Nation im Einsitzer der Männer von fünf auf vier reduziert. Auch für den Nationencup wurde eine Reduzierung von drei auf zwei Startplätzen für den Männer-Einsitzer umgesetzt. Damit gelten nun maximal vier Startplätze im Einsitzer und drei Startplätze im Doppelsitzer pro Nation und Geschlecht. Zusatzstartende sind im Nationencup weiterhin erlaubt. Zum anderen wurde auch die Größe des Startfeldes für den Weltcup angepasst. Die Zahl der Starter im Einsitzer der Männer wurde von 32 auf 30 reduziert, die Zahl der Starterinnen im Einsitzer der Frauen von 28 auf 30 erhöht. In diesem Zuge wurde auch die Gesetztengruppe im Einsitzer der Männer von 15 auf 12 Plätze reduziert, womit nun im Einsitzer jeweils 12 Plätze für das Weltcuprennen qualifiziert sind und 18 Plätze über den Nationencup zu vergeben sind.

Zudem wurden seitens des FIL Änderungen am Reglement der Doppelsitzerschlitten vorgenommen. Auf dem Jahreskongress im Juni 2022 wurde die Einführung von Einheitsschlitten beschlossen. Die Lage der Rodelschlitten wird dadurch tiefer, die Kufen und Lenkhörnchen erhalten einen größeren vorgeschriebenen Abstand. Eine bessere Lenkbarkeit und verringerte Geschwindigkeit sollen Folge dieser Änderungen sein, von denen sich die FIL einen Vorteil für schwächere Nationen erhofft. Seitens verschiedener Athleten der etablierten Nationen – darunter beispielsweise Toni Eggert und Sascha Benecken (Deutschland) – gab es Kritik an den spät beschlossenen Regeländerungen, die in eine Zeit fielen, zu der bereits umfangreiche Vorbereitungen für die neue Weltcupsaison begonnen hatten.

Starterfeld

Nach den Olympischen Winterspielen 2022 beendeten verschiedene Sportlerinnen und Sportler ihre aktiven Laufbahnen. Im Einsitzer der Männer waren dies unter anderem Olympia- und Gesamtweltcupsieger Johannes Ludwig, Chris Eißler, Riks Rozītis, Artūrs Dārznieks sowie Reinhard Egger, Pawel Angelow und Lim Nam-kyu. Von den Starterinnen im Einsitzer der Frauen beendeten unter anderem mit Elīza Tīruma und Ulla Zirne zwei langjährige Weltcupstarterinnen Lettlands ihre Laufbahn, darüber hinaus mit Daria Obratov eine weitere langjährige Weltcupstarterin. Auch die Olympiastarterinnen Makena Hodgson (Kanada) und Aileen Frisch (Südkorea) beendeten ihre sportlichen Laufbahnen, ebenso wie Cezara Curmei aus Rumänien. Natalie Geisenberger unterbrach ihre Laufbahn erneut aufgrund einer Schwangerschaft. Auch Justīne Maskale, Starterin der Olympischen Jugend-Winterspiele von 2020 und dortige Bronzemedaillengewinnerin mit der lettischen Teamstaffel, beendete ihre Karriere und wurde Trainerin im lettischen Nationalteam. Aufgrund von anhaltenden gesundheitlichen Problemen beendete zudem die deutsche Nachwuchsstarterin Laura Skel ihre Leistungssportlaufbahn.

Bei den Doppelsitzerstartern trat der US-Amerikaner Jayson Terdiman zurück, er wurde Trainer im Nachwuchs von USA Luge. Das lettische Brüderpaar Andris und Juris Šics (Sprintweltcupsieger der Vorsaison) sowie die Kanadier Tristan Walker und Justin Snith beendeten ihre Karrieren.

Sportliche Leitungen

Nachdem bereits in der Saison 2021/22 Hansjörg Raffl als Technischer Delegierter des Elite-Weltcups fungierte, gab Christian Eigentler, bis zum Ende der Saison 2021/22 Technischer Direktor Kunstbahn der Fédération Internationale de Luge de Course, seinen Posten auf. Ihm folgte Andris Šics im Amt beim Weltverband; sein Bruder und Doppelsitzerpartner Juris wurde Trainer der italienischen Rennrodeldoppelsitzer. Christian Eigentler übernahm den Posten des Cheftrainers Kunstbahn des Österreichischen Rodelverbandes als Nachfolger von René Friedl, der in den Nachwuchsbereich wechselte und dem Verband als Sportdirektor erhalten blieb. Neuer Cheftrainer der österreichischen Junioren wurde Lukas Schlierenzauer, Bruder des ehemaligen Skispringers Gregor Schlierenzauer. Der Österreichische Verband verpflichtete zudem Georg Hackl vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland als neuen Techniktrainer. Seinen Posten in Deutschland übernahm Christian Thurner, während Cheftrainer Norbert Loch seinen Vertrag um vier Jahre verlängerte. Martin Hillebrand, der zuvor bereits viele Jahre für den deutschen Verband, von 2011 bis 2014 für Russland, 2014 bis 2016 für Österreich und in der Folge auch für Italien als Athletiktrainer tätig sowie ab Mai 2020 erneut beim österreichische Verband in gleicher Funktion angestellt war, beendete seine Tätigkeit für Österreich und wurde als Starttrainer Teil des US-amerikanischen Trainerteams.

Wolfgang Staudinger, seit 2007 Cheftrainer des kanadischen Teams, hatte bereits im Laufe der Saison 2021/22 das Ende seiner Tätigkeit für den kanadischen Verband bekanntgegeben. Er übernahm in der Folge den Posten des Cheftrainers in Südkorea. Staudingers Posten bei Luge Canada übernahm Robert Fegg, der zuvor in gleicher Funktion bei USA Luge tätig war. Für den US-amerikanischen Verband übernahmen Ľubomír Mick und Kaspars Dumpis die Position von Fegg. Der zurückgetretene lettische Olympiastarter Artūrs Dārznieks übernahm die Position des Assistenztrainers im Juniorenteam von USA Luge.

Maciej Kurowski, der seit 2018 als Trainer der vom Internationalen Rodelverband unterstützten internationalen Trainingsgruppe der allgemeinen Klasse tätig war, gab diese Position auf und wechselte in das Trainerteam von Wolfgang Staudinger in Südkorea. Seine Nachfolge bei der FIL-Gruppe 1 übernahm Ioan Apostol. Für die FIL-Gruppe der Jugend A verpflichtete die FIL Bogdan Macovei und Mārtiņš Lozbers als dessen Assistenten. Fred Zimny, der zuvor Entwicklungsmanager der FIL wurde, übernahm in seiner neuen Rolle als FIL-Entwicklungsdirektor auch die Verantwortung für das Naturbahnrodeln.

Terminkalender

Der Weltcupkalender wurde von der Fédération Internationale de Luge de Course am 23. Mai 2022 bekanntgegeben. Den Saisonauftakt sollte ein Doppelweltcup auf dem Olympia-Eiskanal in Innsbruck-Igls bilden. Mit dem Whistler Sliding Centre im kanadischen Whistler (British Columbia) und dem Utah Olympic Park Track im US-amerikanischen Park City folgen zwei nordamerikanische Stationen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie mussten diese in den vergangenen zwei Saisons ausfallen, in Park City fand zuletzt in der Saison 2016/17 ein Elite-Weltcup statt. Nach der traditionellen Weihnachtspause startet der Weltcup im lettischen Sigulda in seine zweite Hälfte. Auf der Lillehammer Olympiske Bob- og Akebane im norwegischen Lillehammer sollten Race-in-Race mit dem Weltcup die Europameisterschaften stattfinden, ehe die Weltmeisterschaften auf der Rennrodelbahn in Oberhof stattfinden. Es folgen mit der Rennschlitten- und Bobbahn in Altenberg und der Veltins-Eisarena in Winterberg zwei deutsche Stationen, ehe das Saisonfinale erneut – wie bereits in den beiden Vorsaisons – auf dem Olympia Bob Run St. Moritz–Celerina steigen sollte. Anfang August 2022 wurde der Weltcupauftakt in Innsbruck-Igls aufgrund der wegen der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nicht garantierten Fernsehzeit und -übertragung abgesagt. Wenige Tage später gab die FIL bekannt, dass die Veranstaltung Ende Februar 2023 als Weltcupfinale in Winterberg nachgeholt werden soll. Im November 2022 gab der Weltverband die Verlegung des fünften Weltcupwochenendes inkl. Europameisterschaften aufgrund von „organisatorischen Gründen“ von Lillehammer nach Sigulda bekannt, wo nun ein Doppel-Weltcup ausgetragen werden soll.

Insgesamt sind neun Weltcupwochenenden in sechs Ländern geplant. An sechs Weltcupwochenenden (Whistler, Sigulda I und II, Altenberg, St. Moritz–Celerina und Winterberg II) sollen Teamstaffelwettbewerbe, an drei Wochenenden (Innsbruck-Igls, Park City sowie Winterberg I) Sprintwettbewerbe veranstaltet werden.

Weltcup

Nationencup

Der Nationencup dient zur Qualifikation der schwächeren, nicht gesetzten Athleten und Athletinnen für die Weltcup-Rennen. Auch Starter und Starterinnen, die sich nicht für das eigentliche Weltcup-Rennen qualifizieren erhalten aufgrund ihrer Platzierungen im Nationencup Weltcup-Punkte. Zudem gibt es eine eigene Wertung des Nationencups mit demselben Punktesystem wie im Weltcup. Neben den Startern und Starterinnen, die sich für den Weltcup qualifizieren können, sind üblicherweise auch zusätzliche Fahrer und Fahrerinnen erlaubt, die ohne Qualifikationschance für den Weltcup antreten.

Gesamtstände

Weltcup

Einsitzer der Frauen

Einsitzer der Männer

Doppelsitzer der Frauen

Doppelsitzer der Männer

Teamstaffel

Nationencup

Einsitzer der Frauen

Einsitzer der Männer

Doppelsitzer der Frauen

Doppelsitzer der Männer

Weblinks

  • FIL-Rennkalender Kunstbahn 2022/23 veröffentlicht. In: fil-luge.org. Fédération Internationale de Luge de Course, 23. Mai 2022, abgerufen am 24. Mai 2022. 

Einzelnachweise


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